
Butia capitata ist eine eher klein bleibende Fiederpalme (5-8m), die im Süden Brasiliens, sowie im nördlichen Teil Uruguays vorkommt. Je nach Verbreitungsgebiet unterscheidet man die Variation „capitata“, die im brasilianischen Hochland vorkommt und die Variation „odorata“, die an der Südspitze Brasiliens und an der Nordspitze Uruguays in Küstenregionen beheimatet ist.
Aufgrund des Verbreitungsgebietes könnte die „Odorata“ geringfügig frosthärter als „Capitata“ sein, was ich aber für zweifelhaft halte. Angegeben wird die Frostverträglichkeit meist zwischen -8°C bis -12°C. Die Unterschiede scheinen aber recht groß zu sein. Ich habe schon von Schäden nach „nur“ -6°C gehört, andererseits aber auch von einer Butia, die auch -14°C unbeschädigt überstanden hat.
Meine größere Butia wird im Winter per beheizbarer Folienumbauung nach der Rosenbogenmethode geschützt, während die kleinere Butia bis auf Mulch keinen Winterschutz erhält.
Butia beginnt schon sehr früh in der Jugend zu blühen und bildet dann recht große Früchte, die geschmacklich einer Kombination aus Ananas und Pfirsich ähneln sollen.
Meine größere Butia schob im Spätsommer 2007 erstmals Blütenstände. Da ich aber aufgrund einer Blattkrankheit zuvor die Fieder, aus denen die Blütenstände entsprangen entfernt hatte, verkümmerten und vertrockneten diese im folgenden Frühjahr wieder. Interessant ist, dass Butia sowohl männliche, wie auch weibliche Blüten an einer Pflanze bildet und sich somit selbst bestäuben kann. Die männlichen Blüten bilden sich dabei an den äußeren Spitzen der Blütenstände, während die weiblichen innen liegen, wo sich dann später auch die Samen entwickeln.
Aus Butiasamen können bis zu drei Keimlinge wachsen. Gerüchten zufolge sollen je nach Reihenfolge der Keimung die daraus entstehenden Pflanzen später angeblich unterschiedlich frosthart sein. Die zweitgewachsenen Keimlinge sollen angeblich besonders frosthart sein. Ich selbst denke aber, dass man derartige Vermutungen eher im Reich der Märchen und Fabeln ansiedeln kann…
Ebenso interessant ist, dass Butia mit Jubaea und Syagrus gekreuzt werden kann, was zu erstaunlichen Resultaten führen kann und so besteht die Hoffnung, dass besonders ungewöhnliche und evtl. auch besonders frostverträgliche Hybriden entstehen könnten – genau so gut können natürlich auch „Weicheier“ entstehen, wenn z.B. der Syagrus-Anteil überwiegt…
Butia ist eine recht anspruchslose Palme, die sich in milden Gegenden auch hier bei uns gut zum Auspflanzen eignet. Sie stellt geringe Ansprüche an den Boden, bevorzugt einen hohen Sandanteil und dadurch gute Drainage, möchte dann aber im Sommer auch gerne reichlich gegossen werden. Wie schon die Herkunft aus einem sehr niederschlagsreichen Gebiet vermuten lässt, hat sie keine Probleme mit Nässe.
Butia gehört eher zu den Flachwurzlern und so kann man beim Unkraut jäten auch schnell feststellen, dass zahlreiche Wurzeln knapp unter der Erdoberfläche in die Breite wachsen. Aus diesem Grunde ist eine sehr gute Mulchung im Winter dringend zu empfehlen, zumal die Wurzeln recht frostempfindlich sind!
Die Fieder sind zwar sehr elastisch, können bei schwerem Sturm, oder durch Schneelast abbrechen.
Obwohl sie auch in trüben Sommern gut wächst, ist dennoch ein möglichst sonniger Standort zu empfehlen, da sie nur in der prallen Sonne kompakt wächst. Bei schattiger Lage, oder sonstigem Lichtmangel, werden die Fieder sehr langstielig und die Palme erreicht nicht ihr typisches Aussehen.
25.12.11 - Obwohl bisher von Winter keine Spur zu erkennen ist, zeigt sich bereits am neuen Speer, dass auch das folgende Blatt wieder Schäden aufweisen wird. Ich nehme an, dass es im Stamminneren fault, worauf ja auch die in den letzten Monaten abgefaulten Blattbasen hinwiesen und das auch dieser Speerschaden darauf zurückzuführen ist.
17.7.11
Nach wie vor macht die Butia keinen guten Eindruck. Das Wachstum ist minimal - etwa 10cm in drei Wochen. Zudem sind die untersten alten Blattbasen abgefault und haben sich vom Stammansatz gelöst.
Den Winter hat die Butia gut überstanden, allerdings hat sie nach wie vor viele Blattflecken und braune Blattspitzen. Bis sie wieder richtig gesund aussieht, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Inzwischen zeigt sich, dass die Butia weiter teils vertrocknete Speere schiebt. Nach dem Recht milden Winter kann ich allerdings nicht mehr so recht an Winterschäden glauben und interessanter Weise zeigen dieses Jahr fast alle meine Pflanzen Schäden, die es nach diesem Winter nicht hätte geben dürfen. Deshalb glaube ich inzwischen, dass eher Schädlinge für die Schäden verantwortlich sind. Noch nie hatte ich derart viele Dickmaulrüsslerlarven, Drahtwürmer und Engerlinge im Boden wie dieses Jahr.
Butia hat den Winter 09/10 gut überstanden. Nun hoffe ich, dass sie in der neuen Saison wieder ihre frühere Größe erreicht. Dieses Jahr beginnt sie extrem früh zu wachsen (gehört normalerweise zu den Palmen, die erst spät zu wachsen beginnen), wobei der neue Speer aber sehr gelb ist, was eventuell mit dem noch recht kalten Boden zusammenhängt.
Dennoch hat sie während des gesamten Jahres weiterhin mit ihren Winterschäden zu kämpfen. Sie wächst nur sehr langsam und schiebt selbst im September noch teilweise beschädigte, teilweise vertrocknete Blätter.
Nachdem die Butia den Winter zunächst gut überstanden zu haben schien, vertockneten Ende März fast alle Fieder. Zum Glück sind aber zumindest der Speer und auch einige ältere Blätter in Ordnung und dank des warmen Wetters der letzten Tage wächst sie nun bereits und entfaltet das erste Blatt. Dennoch hat mich Butia schwer enttäuscht! Derartige Schäden nach nur -8°C im Winterschutz hätte ich nicht erwartet.





Meine kleinere Butia hab ich 2006 gekauft und zunächst im Topf kultiviert. Im Herbst 2008 wurde sie dann ausgepflanzt und bekommt nun außer einer dicken Mulchschicht keinen Winterschutz. Mal sehen, ob es gut geht...
Wie man sieht ist es nicht gut gegangen. Ich konnte alle Neutriebe aus der Wachstumsöffnung herausziehen. Nun habe ich die Butia wieder in einen Topf gesetzt und warte mal ab, ob sich noch etwas regt...
Den Winter hat meine kleine Butia kühl bei 2-10°C verbracht. In den letzten Tagen habe ich sie mal auf einen Heizkörper gestellt um den Topf ein wenig zu erwärmen. Und siehe da, tot geglaubte leben länger. Der Neutrieb schaut aus dem Stamm heraus!! Nun heißt es abwarten wie sie sich entwickelt...
Leider geht die Regeneration nur quälend langsam voran...
Die kleine Butia lebt immernoch, kommt aber nicht so richtig voran...
Butia yatay wurde im Winterschutz der Washi überwintert. Dort wurde sie ab -1,5°C beheizt und stand zum Schutz vor Bodenfrost auf einer durch einen Lichtschlauch erwärmten Mulchschicht. Dennoch konnte ich im März 2010 den Speer ziehen.