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BISMARCKIA NOBILIS

Hildebr. & H.Wendl.  (Bismarckpalme)

B. nobilis stammt aus Madagaskar, wo sie endemisch ist. Sie ist mit einer Blattspreite von 3m (!) Durchmesser und einer Stammhöhe von 10m sicher eine der eindrucksvollsten Palmen überhaupt - zumindest ist sie meine persönliche Lieblingspalme! Dank ihres edlen Aussehens wird sie heute überall auf der Welt kultiviert, wo sie mit den klimatischen Bedingungen zurecht kommt. Leider benötigt sie warme Temperaturen und viel, ja sehr viel Licht! Kann man ihr Temperaturen zwischen 20 und 30°C bieten (am besten ganzjährig) ist sie eine pflegeleichte, sehr schnell wachsende  Palme, die auch mit Trockenheit gut zurecht kommt, da sie mit ihren sehr kräftigen Wurzeln in tiefere Bodenschichten vordringt um an Wasser zu gelangen. Interessant ist dieses Foto einer aus Samen gezogenen vierjährigen Bismarckia aus Queensland. Da kann man sich Vorstellungen vom Wuchsvermögen unter optimalen Bedingungen machen. http://www.geocities.com/palmpage2000/images/bismarckia-nobilis.html

Es gibt zwei unterschiedliche Formen, "silver" mit silber-bläulichen  und "green" mit grünlichen Blättern, wobei die silberne Form hitzeverträglicher sein soll, während die grüne Form auch mit kühleren Temperaturen und feuchteren Klimaten zurecht kommen soll.

Hier bei uns ist diese wunderschöne Fächerpalme leider aufgrund der zu kalten Temperaturen nicht auspflanzbar, sondern kann nur im Kübel gehalten werden. Wichtig ist ein besonders großer Kübel in dem sich die starken Wurzeln ausbreiten können. Das Substrat sollte humos und gut durchlässig sein. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, weil die Wurzeln besonders bei kühlen Temperaturen zu Fäulnis neigen. Im Sommer bei warmen Temperaturen freut sich die Palme über reichlich Wassergaben, das Substrat darf aber zwischendurch auch mal völlig abtrocknen. Wichtig ist es, ihr den sonnigsten Platz zu bieten den man zur Verfügung hat - im Sommer am besten im Freien. Bismarckia kommt kurzzeitig auch mal mit kühleren Temperaturen zurecht - größere Pflanzen können sogar minimalen Frost vertragen - sollte aber dauerhaft warm stehen. Besonders die Wurzeln benötigen ständig warme Bodentemperaturen. Ich habe bei meiner Bismarckia festgestellt, dass sie sogar im Winter auf einer Bodenheizung bei an sich viel zu geringem Lichtangebot kräftiges Wachstum zeigt. So schob meine B.n. während des Winters drei große Fächerblätter, während sie im Freien trotz viel besserem Lichtangebot wegen der niedrigeren Bodentemperatur (in Erde versenkter Kübel) nur recht langsam wuchs. Dort zeigte sie erst im Spätsommer ordentliches Wachstum. Auf kühle Temperaturen reagiert diese Palme innerhalb kürzester Zeit mit einer deutlichen Verfärbung der Blätter und Blattstiele zunächst ins grünliche, später ins rötliche. Stellt man sie darauf schnell an einen wärmeren Ort kehrt aber in der Regel die silbrige Farbe schnell zurück. Bis auf die Temperaturbedingungen ist die Palme sehr anspruchslos und benötigt nur wenig Dünger. Auch Schädlinge wie Spinnmilben, Wollläuse & Co stellen für gesunde Pflanzen keine besondere Gefahr dar, da die Blätter sehr hart und robust sind. Einfaches Abwischen der Blätter reicht bei Befall, Pflanzenschutzmittel brauchte ich selbst bei der Überwinterung im Wohnzimmer bisher nicht.

bismarckia

Im Frühjahr 2009 hatte ich die Bismarckia wieder im Kübel im Garten in der Erde versenkt. Ein paar Tage kühle Witterung reichen, dass die Bismarckia ihre silberblaue Färbung verliert und sich stattdessen zunächst grünlich, später rötlich färbt.

Irgendwie kam die Bizzy während des Sommers nicht richtig in Fahrt und so sah ich mir, nachdem sogar einige Blätter einzutrocknen begannen und die Palme auch allgemein einen ungesunden Eindruck machte, die Wurzeln an. Dabei entdeckte ich einige Engerlinge und einen Ameisenhaufen unter dem versenkten Topf. Ich grub die Bismarckia deshalb wieder aus und stellte sie an einen möglichst sonnigen Platz. Langsam erholte sie sich wieder und sah bis zum Winter wieder ganz ordentlich aus.

Während des Winters 09/10 stand sie im Wohnzimmer und erholte sich weiter. Sie schob sogar drei neue Blätter, bis sie dann im Februar plötzlich wieder einen ungesunden Eindruck machte und einige Blätter graubraune Flecken bekamen. Innerhalb weniger Tage verlor sie ein Blatt nach dem anderen und sogar die gerade erst neu gebildeten Blätter wurden braun. Meine erste Vermutung war, dass sie unter Lichtmangel litt, da sich dieser Winter durch permanent grauen Himmel und Dunkelheit auszeichnete. Trotz der immer noch sehr kühlen Temperaturen brachte ich sie deshalb auf die Terrasse. Da ich bei einer anderen Palme, die ebenfalls plötzlich zu vertrocknen begann, zwischenzeitlich Drahtwürmer im Topf entdeckte, untersuchte ich auch das Substrat der Bismarckia und entdeckte dabei mehrere dieser Drahtwürmer, die sich an den Wurzeln zu schaffen machten und sich sogar von unten in den Stamm hineinfraßen. Nachdem ich dann das Substrat wechselte und die Bizzy auch weiterhin draußen an der frischen Luft ließ, hat sich der Zustand zumindest nicht weiter verschlechtert. Leider sind ihr nur noch eineinhalb intakte Blätter geblieben, aber die Speere sehen gesund aus und so hoffe ich, dass sie sich während des Sommers wieder "berappeln" wird. Interessant ist, dass ihr die teilweise noch sehr kalten Temperaturen im Freien scheinbar nichts ausmachen. Obwohl sie inzwischen sogar leichte Nachtfröste aushalten musste zeigt sie nicht einmal die sonst so typische rötliche Färbung. Wie man auf den nachfolgenden Bildern sehen kann, hat die Bizzy trotz der kalten Temperaturen sogar den Speer ein wenig höher geschoben...

Nachdem sie nun seit einigen Wochen im Freien steht und sogar Temperaturen von bis zu -3/4°C ertragen musste, dazu einen ungewöhnlich kalten und nassen Mai, verfärbten sich die Blätter doch wieder sehr rot. Dennoch, der Zustand hat sich nicht weiter verschlechtert, die Bizzy wächst sogar im Millimeterbereich trotz der viel zu kalten Temperaturen.

So richtig in die Pötte kommt sie auch bei den heißen Temperaturen noch nicht. Immerhin nimmt das letzte offene Blatt inzwischen wieder eine relativ normale Färbung an - silberblau wird sie wohl nicht mehr werden - und die zwei im Schneckentempo nachschiebenden Speere beginnen sich zu öffnen.

Bin mal gespannt was aus ihr wird. In den letzten Jahren ist sie seltsamerweise auch immer erst zum Ende des Sommers durchgestartet und schob dann indoor im Herbst noch mehrere Blätter.

Ich denke inzwischen, dass diese an sich wunderschöne Palme nicht wirklich für unser Klima geeignet ist. Sie braucht einfach Unmengen an Wärme und vor allem Licht um vernünftig zu wachsen und auch ihre Schönheit zu zeigen. Sie braucht zu lange um sich von den Strapazen des Winters zu erholen und wenn sie dann endlich soweit ist, dass sie wieder zu wachsen beginnt, dann ist schon wieder Herbst. Auf Dauer wird das wohl nicht gut gehen, es sei denn man hat einen hellen und warmen Wintergarten zur Verfügung, um sie gesund über den Winter zu bekommen.

Allerdings muss ich meiner Bizzy zugutehalten, dass sie im Sommer 08 einen Wurzelschaden durch Engerlinge hatte und sich im letzten Winter mit Drahtwürmern rumplagen musste, die sich ebenfalls an den Wurzeln zu schaffen machten. Vielleicht sähe das bisherige Ergebnis ja ansonsten besser aus? Mal schauen, wie sie sich weiter schlägt....

bizzybismarckianobilis

Nur wenig später hat sie begonnen den neuen Speer zu öffnen.

bizzy

Die Bismarckia tat sich über den Sommer sehr schwer und ein neuer Speer wollte sich ewig nicht öffnen. Anfang September half ich mal ein klein wenig nach und zog die Blattsegmente ein kleines bisschen auseinander und siehe da, innerhalb weniger Tage begann sich der Speer zu entfalten. Dabei zeigte sich auch gleich woran es lag, dass er sich selbstständig so lange nicht entfalten wollte. Die einzelnen Blattsegmente waren zusammengeklebt. Das Bild erinnert sehr an die bekannten "Winterränder" an anderen Palmenarten. Eventuell eine Nachwirkung des Frostes dem ich sie im Frühjahr ausgesetzt hatte?

winterrand bizzy

2011

20.07.11 - Auch dieses Jahr will sich die Bismarckia nicht erholen. Nun haben wir bereits Mitte Juli und es tut sich nichts. Zwar hat sie zwei neue Speere geschoben, aber wieder will sich das Blatt nicht enfalten.

2012

6.5.12 - Vor dem Einräumen im Herbst hatte ich die zwei älteren beschädigten Blätter abgeschnitten. Während des Winters stand die Bizzy dann im Wohnzimmer auf der Fußbodenheizung und hat eine Behandlung mit Auxin bekommen um die Wurzelbildung über den Winter zu fördern. Wie ein Blick auf den Wurzelballen im Frühjahr zeigte, war die Behandlung erfolgreich, der gesamte Topf (60cm hoch, 55 cm Durchmesser) ist sehr gut durchwurzelt. Das Blattwachstum während des Winters war dafür nicht berauschend - sie hat lediglich das eine Blatt komplett entfaltet und einen neuen Speer geschoben, den sie hoffentlich bald öffnet.

Ich habe die Bismarckia nun wieder mit Topf im Garten versenkt, diesmal aber unter dem Topf einen Freiraum gelassen, damit Wasser aus dem Topf besser abfließen kann. Zudem habe ich unter dem Topf eine Minilichterkette vergraben (24V / 12W) um die Bodentemperatur, die m.E. eine wesentliche Rolle beim Wachstum spielt, zumindest leicht zu erhöhen. Wie meine Messungen zeigen, habe ich auf diese Art immerhin bereits eine Bodentemperatur von 16-17°C in 60 cm Tiefe. Mal sehen, ob es der Bizzy hilft...

28.9.12 - Auch dieses Jahr hat sich meine Bizzy nicht erholt. Zunächst sah es noch ganz gut aus da sie zumindest mal wieder ein Blatt schob, aber anschließend war dann wieder Funkstille angesagt. Ich habe mir dann mal wieder die Wurzeln angesehen - kein schöner Anblick. Bis auf ein Würzelchen welches zumindestens noch ein wenig Leben in sich hatte war alles verfault. Habe radikal alles abgeschnitten was verfault war und habe die Bizzy nochmal 'ne halbe Stunde in einer stark konzentrierten Auxinlösung stehen lassen und neu getopft. Ob's noch was hilft? Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt vor dem Winter... Habe die Bizzy nun ins Haus gestellt wo sie zumindest bald wieder von der Fußbodenheizung profitiert und ihr vor allem die inzwischen schon recht kalten Nächte erspart bleiben. Bin gespannt, ob sich da nochmal neue Wurzeln bilden.


 

Diese kleine Bismarckia habe ich zu Testzwecken in einem ab -1°C beheizten Winterschutz einer anderen Palme untergebracht. Abgeschaltet wird die Beheizung bereits wieder bei 0°C. Bin gespannt, ob und wenn ja wie die Bismarckia diese Überwinterung verkraftet.

Mit steigenden Temperaturn im April vertrockneten die Blätter und der Speer ließ sich ziehen. Ein Blick auf die Wurzeln zeigte einen Totalschaden, sämtliche Wurzeln waren abgestorben.

 

 

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